Die Unterwelt der Dark-Web-Wirtschaft: Wie Cyberkriminalität funktioniert
Wir konzentrieren uns oft darauf, wie wir unsere Daten schützen können, aber wir diskutieren selten darüber, was passiert, wenn sie gestohlen werden oder wenn wir zu Opfer eines Cyberangriffs werden. Hier kommt das Dark Web ins Spiel: ein anonymer Marktplatz, auf dem Cyberkriminelle mit gestohlenen Daten handeln und daraus Profit schlagen. Von persönlichen Zugangsdaten bis hin zu Finanzinformationen — diese Schattenwirtschaft lebt von verletzten Daten und stellt eine ernsthafte Gefahr für Einzelpersonen und Unternehmen dar.
Wie funktioniert das Dark Web?
Das Dark Web ist über spezielle Browser wie Tor zugänglich, die die Identität und den Standort der Benutzer anonymisieren, was die Rückverfolgung erschwert. Diese Anonymität kann für illegale Aktivitäten ausgenutzt werden, z. B. für den Verkauf gestohlener Daten, wird aber auch für legitime Zwecke wie Schutz der Privatsphäre genutzt. Cyberkriminelle nutzen die Foren und Marktplätze des Dark Web, um gestohlene Informationen zu kaufen und zu verkaufen. Dabei verwenden sie häufig Kryptowährungen wie Bitcoin oder Monero für Transaktionen, da diese ein gewisses Maß an Anonymität bieten.
Welche Daten werden nachgefragt?
Verschiedene Arten von sensiblen Daten werden im Dark Web bevorzugt, wobei Cyberkriminelle nach allem suchen, was sich für Betrug, Identitätsdiebstahl oder Unternehmensspionage nutzen lässt. Zu den am häufigsten gehandelten Daten gehören:
- Personenbezogene Daten: Namen, Adressen und Sozialversicherungsnummern werden häufig für Identitätsdiebstahl verkauft.
- Finanzielle Daten: Kreditkartendaten und Bankangaben werden für betrügerische Transaktionen verwendet.
- Unternehmensgeheimnisse: Vertrauliche Geschäftsdaten und geistiges Eigentum sind wertvoll für die Unternehmensspionage.
- Anmeldedaten: Kompromittierte Konten von E-Mail-Diensten, sozialen Medien und Streaming-Plattformen werden in großem Umfang gehandelt.
Preisbildungsmodell
Der Wert der gestohlenen Daten hängt von ihrer Art und Qualität ab. So kostet beispielsweise eine gestohlene Kreditkartennummer in der Regel zwischen 10 und 50 Dollar. Die Bank-Anmeldedaten sind wesentlich wertvoller und erreichen je nach Kontostand oft Hunderte oder sogar Tausende von Dollar. Aufgrund ihrer detaillierten persönlichen Informationen gelten medizinische Daten als besonders wertvoll und können im Dark Web hohe Preise erzielen.
Taktiken und Schutzstrategien
Cyberkriminelle nutzen Taktiken wie Phishing-Angriffe, um Benutzer zur Preisgabe vertraulicher Informationen zu verleiten, Ransomware, um Daten zu verschlüsseln und eine Zahlung für die Freigabe zu verlangen, und Credential Stuffing, um mit zuvor gestohlenen Anmeldedaten auf andere Konten zuzugreifen. Um diese Bedrohungen zu bekämpfen, sollten Unternehmen regelmäßige Sicherheitsprüfungen durchführen, um Schwachstellen zu erkennen, die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für zusätzlichen Schutz aktivieren und Mitarbeiterschulungen durchführen, um Phishing-Versuche zu verhindern. Außerdem kann der Einsatz von Überwachungs-Tools für das Dark Web dazu beitragen, gestohlene Zugangsdaten zu erkennen, bevor sie ausgenutzt werden.
Wenn Unternehmen verstehen, wie Cyberkriminelle vorgehen, und proaktive Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, können sie sensible Daten besser schützen und finanzielle Verluste verhindern.
